Die Creolische Küche

Die kleine Geschichte der kreolischen und der Cajun-Küche

Der Franzose La Salle, der 1682 das ganze Mississippital für sein Land beanspruchte, führte den unumstrittenen, guten Geschmack der französischen Zunge ein und machte aus den Rezepten seiner Heimat, den zur Verfügung stehenden Erzeugnissen und den Gerichten der Indianer eine unverkennbare Küche. In den Anfängen mussten die Siedler von den Ureinwohnern lernen, Mais und Bohnen anzubauen und profitierten von deren Erkenntnissen einheimischer Nahrungsmittel wie zum Beispiel Wild- und Meeresfruchteintöpfe, Fischragouts, Kürbissuppen, gebackene Bohnen, geräucherte Fische, über offenem Feuer gebratenes Fleisch bis hin zum Süßen mit Honig oder Ahornsirup.

Doch blieben Kriege und Besetzungen den Franzosen nicht erspart und somit wurde Louisiana auch eine Zeit lang spanisch beeinflusst. Der Name “criollo” (die ersten Siedler) stammt von den Spaniern und wurde von den Franzosen zu “creole” abgewandelt.

Aus der Zeit des Plantagensystems, in der Reiche ihren Wohlstand aus dem Schweiße der Sklaven bildeten, entwickelte sich die kreolische Küche zu einer feinen, aufwendigen Küche der Aristokraten. Mit den Sklavenschiffen aus Afrika und den Bewohnern der südamerikanischen Inseln bekam die creolische Küche einen weiteren Schliff in Form von Süßkartoffeln (Batate), Okraschoten, Chilischoten und Barbecue.

Die Cajun Küche entstand mit der Flüchtlingswelle französischer Siedler aus Kanada, die sich westlich des Mississippis eine neue Heimat erbauten und Cajuns genannt wurden. Sie ist von den Ureinwohnern, deutschen und spanischen Siedlern, beeinflusst und entspricht einfachen, ländlichen Gerichten wie Jambalajas (Reisgericht mit Ursprung in der Paella) und scharfe Gumbos (Eintöpfe).

Somit prägte eine große Dosis französische Lebensart, karibischer Drive, eine Prise Italien, ein kräftiger Schuss Südstaaten und eine Nuance Spanien die vielfältige Geschmackswelt der creolischen und der Cajun-Küche.

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